Plane! ..und lasse Los! – Yoga- &Tantraphilosophie

von Nadine Karnetzke

Hast du einen Wunsch? Ein Ziel, das du erreichen möchtest?

Die Jahrtausend alte Yoga- und Tantraphilosophie sind inspirierende Wegweiser!

Passend zum Fokus des Monats „Loslassen“ warf ich wieder einmal einen Blick in die Schriften der Yoga- und Tantraphilosophie. Ich persönlich finde, dass „go with the flow“ nicht immer befriedigend ist – gerne habe ich einen Plan und Schritte, denen ich folgen kann. Anderseits merke ich, dass ich engstirnig werde, wenn ich mich an diesen festhalte. Ich hinterfrage meinen Plan nicht mehr und verpasse die Schönheit des Weges.

In Yoga- und Tantraphilosophie finden wir beides wieder: Planen und Loslassen.

 

Vinyasa Krama: Lehre der Planung der Asana-Praxis

Die Asana-Praxis (Körperübung) ist als Teil des achtgliedrigen Pfades aus der Yogatradition nicht weg zu denken. Jedoch sollte bereits in der Asana-Sequenz ein Plan vorhanden sein.

A.G. Mohan beschreibt in seinem Buch „Yoga – Rückkehr zur Einheit. Integration von Körper, Atem und Geist.“zwei Prinzipien:

  1. die Anpassung der Praxis an ein Ziel
  2. das Vorrangehen in geordneten Schritten – Vinyasa Krama.

Vinyasa (Sanskrit) = Anordnung; Krama (Sanskrit) = Abfolge, Reihe

Das bedeutet, um ein Ziel z.B. eine bestimmte Asana zu erreichen, sollte in intelligent gesetzten und geordneten Schritten vorgegangen werden, die dem Ziel entsprechen. Während der Yogaklasse haben wir, je nach Stil, in der Regel folgendes Vinyasa Krama:

  1. Vorbereitung/ Aufwärmung
  2. Zielasana
  3. Ausgleich
  4. Ausruhen
  5. Beenden der Praxis

Vinyasa Krama ist in der Philosophie allerdings nicht auf die Körperübungen beschränkt. Für jedes Ziel, dass du erreichen willst, lohnt es sich intelligent geordnete Schritte anzuvisiren!

Tantraphilosophie: Loslassen

Manchmal lege ich mir also meinen perfekten Plan zurecht – eine ToDo-Liste, die fein abgearbeitet wird – und habe dabei schnell das Gefühl, immer enger zu werden. Kennst du das auch? Da ist nur noch diese zielgerichtete Liste im Kopf!

In der Tantraphilosophie ist die Rede von Beschränkungen wie u.a. Kausalitätsvorstellungen,  Zeit und Wünsche. Wünsche führen der Tantraphilosophie folgend zu einer Einschränkung der Fülle unseres Herzens –„Raga“ genannt.

Wünsche und Sehnsüchte nehmen uns die Freiheit, bewusst im Moment zu sein. Wir beschränken unsere Wahrnehmung.

Heißt das jetzt, dass wir uns nichts mehr Wünschen sollen?

Nein! Ich glaube, wir brauchen beides: ein Vinyasa Krama und ein Bewusstsein für die Einschränkungen, die dies bringen kann. Die Tantraphilosophie lehrt uns, unser Bewusstsein auszudehnen. Das heißt zu merken, wann unser Plan uns einengt. Wann gilt es loszulassen?

Tantraphilosophie: Die Fülle des Herzens erleben

Wir alle brauchen eine Intention, die uns motiviert und antreibt.

Dennoch: Ein Yogalehrer sollte seinen Plan (Vinyasa Krama) nicht durchziehen, sobald er sich dadurch beschränkt und die individuellen Bedürfnisse seiner Schüler verliert. Genauso sollten wir auch im Alltag den offenen Blick behalten.Meine Erweiterung des Vinyasa Krama um die Tantraphilosophie:

 

  1. Setzte dir deine Intention (Vorbereitung)
  2. Lege dir zielgerichtete Schritte zurecht (Aufwärmung)
  3. Laufe los (Weg zum Ziel)
  4. Reflektiere & Lasse los! (Ausruhen)

 

Wir brauchen die Reflektion! Wir müssen das Ziel von uns abfallen lassen, um bewusst zu erleben und die Schönheit des Weges zu sehen. Vielleicht ist es etwas überraschendes, das dein Herz berührt und dein wahrer Wunsch ist einer, den du noch nicht kennst.

Tantraphilosophie hilft mir zu verstehen, dass wir zunächst unsere Energie in eine Richtung fokussieren müssen, dann aber Raum für Erlebnisse brauchen – die Fülle des Herzens zulassen müssen.Die Erfahrung zeigt: Manchmal erfüllen sich Wünsche durch das LOSLASSEN wie von selbst, nicht wahr? 🙂

Namasté

Nadine

Nadine ist Vertretungslehrerin bei uns im Studio und hat auch einen eigenen Blog. Schaue gerne mal online vorbei und in real bei uns im Studio!

 

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